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Bücher, Bücherstapel, © Though Catalog on Unsplash
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Medientipps & Neuerwerbungen

Medientipps & Neuerwerbungen

Romane, Sachbücher, Klassiker, aktuelle Bestseller und nicht zu vergessen eine große Auswahl an Hörbücher, Filmen und Serien. Bei uns finden Sie bestimmt das Richtige. Außerdem können Sie aus über 100 Zeitungen und Magazinen wählen. Um die Auswahl zu erleichtern, haben wir an dieser Stelle ein paar Tipps zusammengestellt, die monatliche aktualisiert werden.

  • Buchtipps

    Michael Stavarič: Fremdes Licht

    Luchterhand 2020

    Die Erde ist von einem Kometen in ein brennendes Inferno verwandelt worden.
    Elaine ist die einzige Überlebende einer Raketenbesatzung, die überhastet in den Weltraum geflohen ist. Auf dem eisigen Planeten, auf dem sie sich wiederfindet, versucht die Gentechnikerin, ihrem ursprünglichen Auftrag nachzukommen: irdisches Leben wiedererstehen zu lassen. Dabei gleiten ihre Gedanken in die Vergangenheit. Ihr Inuit-Großvater hat ihr die Überlebenspraktiken der Grönlandbewohner eingeprägt.

    Dieses Buch ist eine Expedition: man begegnet bisher unvorstellbaren Welten. Man erkundet den Rand seiner Vorstellungskraft und taucht ein in ungeahnte Gedankenlandschaften. Kunstvoll komponierte, auf kalte Art faszinierende und ruhig dahingleitende Mischung aus Science Fiction, Abenteuerbuch und Erkunden der menschlichen Psyche in Extremsituationen.

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    Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Chroniken. Band 1-4

    Ullstein. Sonderausgabe 2020 nach der Original-Ausgabe 2009-2018

    Es klingelt an der Tür. Marc-Uwe Kling öffnet. Ein Känguru bittet um Eier für ein Omelett. Es klingelt wieder. Das Salz, das Mehl und die Butter fehlen noch. Und es dauert nicht lange, da ist das Känguru bei ihm eingezogen. Das Känguru ist Kommunist. Aber auch hinterlistig, frech, unverschämt, geizig und faul. Aber wenigstens ist es gesprächig. Nur - worüber das Streitgespräch auch geht, es gewinnt (fast) immer. Ob da nicht das Alter Ego des Autors dahintersteckt?

    Vorsicht, Rundum-Satire, die vor nichts Halt macht! Ich habe etwas gebraucht, um mich an die Episodenform und den besonderen Humor zu gewöhnen. Dann aber hat es gezündet! Gerade in Zeiten wie diesen ist intelligenter Witz ein echtes Geschenk.

    Kult, der zuerst als Podcast veröffentlicht wurde, inzwischen aber auch als Hörbuch, Theaterstück, Buch und Film zu genießen ist.

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    Liz Moore: Long Bright River

    Die Polizistin Mickey in Philadelphia weist einen neuen Kollegen im Streifendienst ein. Sie treffen auf einem verwahrlosten Grünstreifen auf eine Leiche, weiblich, jung, wahrscheinlich Prostituierte und Drogenopfer, ein trauriger Teil von Mickeys beruflichem Alltag. Bei näherem Hinsehen allerdings kommen an der Todesursache Zweifel auf. Zweifel, die sich zur bohrenden Angst entwickeln, denn der ersten Leiche folgen weitere. Und Mickeys jüngere Schwester Kacey ist auch eine von denen, die an der Nadel hängt und dafür anschaffen geht. Und seit Tagen wie vom Erdboden verschluckt.

    Hier treffen wir nicht auf einen schnell vergessenen Krimi, sondern auf echte Literatur. Das Leben in einer amerikanischen Großstadt blättert sich auf. Frauen kämpfen sich ausgelaugt durch ihren Alltag, Kinder werden vernachlässigt, Menschen rutschen ab in Drogen und Kriminalität. Hier wird keiner vom Leben geschont. Moores verwebt auf großartige Weise das „damals“ und „jetzt“ im Leben von Mickey und Kacey in abwechselnden Kapiteln miteinander. Eine große Menschenfreundlichkeit mit leiser Melancholie schwebt über allem. Herzerwärmende Literatur, die lange nachklingt.

    In der New York Times als Group Text ausgewählt, also als Buch, das sich besonders eignet, gemeinsam mit Freunden zu lesen und darüber zu sprechen.

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    Dominik Barta: Vom Land

    Theresa, Bäuerin um die Sechzig auf einem Hof in Oberösterreich, muss sich ständig erbrechen. Alle Fürsorge ihres Mannes hilft nichts. Ihre Familie reist an, mit allen Konflikten, die darin schwelen. Das Enkelkind Daniel nutzt die fehlende Kontrolle. Er streunt im Wald umher mit seinem neuen Freund aus dem Flüchtlingsheim. Zu zweit lässt sich besser Rache üben an allen, die ihnen querkommen.

    Ein beeindruckender Debütroman, der große Stärken hat. Ein Landleben, aber ohne falsche Verklärung. Mit Flüchtlingsheimen, Ehebruch, Hass, Weltnachrichten und Selbstausbeutung. Klarsichtig legt Barta den Finger auf die Wunde. Und Hoffnung kommt von unvermuteter Seite.

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    Tom Kummer: Von schlechten Eltern

    Tropen 2020

    „Nina & Tom“ (der Titel des Vorgängerbuches) ist Vergangenheit. Toms Frau ist in Los Angeles an Krebs gestorben.
    Jetzt arbeitet Tom in Bern nachts als VIP-Fahrer für afrikanische Führungskräfte. So kann er seinen 12-jährigen Sohn Vincent tagsüber begleiten. Die Fahrten quer durch die nächtliche Schweiz konfrontieren uns mit der Nachtseite der menschlichen Existenz. Alptraumhaft tauchen Verletzte, Tote am Straßenrand auf. Ist das Wirklichkeit oder lässt Toms Trauer diese Bilder vor ihm aufsteigen?

    Literarisch meisterhaft und packend lässt uns Tom Kummer Verzweiflung und Vaterliebe, Nacht- und Tagwelten nachempfinden. Wir reisen mit ihm durch kilometerlange Tunnels und stellen uns Schweizer Behörden, die Anzeigen zu Kindesvernachlässigung nachgehen. Ein großartiger Führer durch Grenzbereiche des menschlichen Erlebens, dicht, düster und schließlich auch hoffnungsvoll.

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    Laetitia Colombani: Das Haus der Frauen

    Solène, erfolgreiche Pariser Anwältin, fällt ins Burnout. Privat und beruflich, alles scheint still zu stehen. In ihrer Verzweiflung wagt sie einen neuen Schritt. Sie nimmt eine Stelle als „Öffentliche Schreiberin“ an, die in einem Wohnheim für Frauen ihre Dienste anbietet. Dass die Frauen sie ignorieren, darauf war sie nicht vorbereitet.

    Ein leichtgewichtiges, aber warmherziges Buch, das sich Zeit nimmt, eine innere Wandlung zu beschreiben. Hier prallen der Kosmos der Reichen und der Armen aufeinander. Solène lernt zu verstehen und über Brücken zu gehen. Und schließlich genügt es ihr nicht mehr, selbst wieder Boden unter den Füßen gefunden zu haben.

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    Daniel Wisser: Königin der Berge

    Jung und Jung 2018

    Robert Turin hat MS und lebt mit Mitte Vierzig in einem Pflegeheim. Sein Interesse, sein Mitgefühl und seine Strategien richten sich ganz auf das Heimpersonal. Er hat nämlich ein Ziel: er will in einer Schweizer Einrichtung wie Exit sein Leben selbstbestimmt beenden.

    Dieses Buch hat ein buchstäblich todernstes Thema. Daniel Wisser schafft es trotzdem, das Lesen zum reinen Vergnügen zu machen. Der Mikrokosmos des Pflegeheims verbirgt nämlich Schlupflöcher und versteckte Freiheiten. Herr Turin nutzt sie weidlich aus. Und sei es der exzessive Gebrauch von Veltliner. Der Humor bleibt aber in der Schwebe und verschweigt düstere Nachtstunden nicht. Wie auch den zunehmenden Verfall von Herrn Turins Körper. Es wird Zeit, dass er einen Ausweg findet.
    Herzzerreißend komisch!

    Der Österreichische Buchpreisträger kommt am 1.10.20 persönlich zu uns!

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    Jami Attenberg: Nicht mein Ding

    Schöffling 2020

    Andrea ist Single-Frau in New York. Das heißt heiße Dates. Wochenenden im Bett. Und exzessiver Gebrauch von bewusstseinssteigernden Mitteln, wann immer einem danach ist. Und es heißt: sich rechtfertigen müssen. Freundinnen für immer an die Mütterwelt verlieren. Und die Flüchtigkeit von Liebe und Erotik kosten. Andrea ist nur bei einem sicher: was sie nicht will. Und so schmeißt sie ihr Kunststudium und lässt sich treiben. Und doch gibt es da ihren Bruder und seine Frau, die ein todgeweihtes Kind pflegen. Aber die haben ja die Stadt aus eigenem Wunsch verlassen.

    Dies ist keine glatte, bequeme Heldin, mit der man sich sofort identifiziert. Aber sie lebt das Leben, das sie sich selbst wählt. Es ist ein widerständiges, sprunghaftes, aber gewiss nicht langweiliges Leben. Beziehungen flammen auf und scheitern wieder. Ein faszinierendes, irritierendes und charmantes Buch!

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    Abbas Khider: Palast der Miserablen

    Hanser 2020

    Ein arabischer Autor und im Titel das Wort Palast. Da denken wir gleich an 1001 Nacht. Das zweite Wort des Titels ist allerdings das Wichtigere.

    Shams wächst im Schrottviertel Bagdads auf. Mit Häusern aus Müll und Zeiten, in denen dem Brot die Soße fehlt. Kriege mit dem Iran, Kuweit und den USA gehen fast nahtlos ineinander über. Doch alles, was die Miserablen daran interessiert, ist, dass die schlimmen Zustände nicht noch schlimmer werden. Denn schon jetzt ist das Leben kaum erträglich. Doch Shams ist ein findiger Junge. Wie kommt es, dass er schließlich im Kerker landet?

    Eine nüchtern erzählte, sehr authentisch wirkende Geschichte über das Leben im Irak unter Saddam Hussein. Ein wichtiges Buch, das aus Flüchtlingen Menschen macht.

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    David Fuchs: Leichte Böden

    Haymon 2020

    Ein paar Jahre können viel verändern. Das muss Daniel feststellen, der bei seiner Großtante Klara auf dem Land eigentlich nur kurz sein Auto abholen wollte. Inzwischen kümmert sich Klara um zwei pflegebedürftige Männer, der eine dement, der andere schwerbehindert. Daniel ist natürlich bereit zu unterstützen. Und er hätte da noch einige Ideen, was man ändern müsste.

    Ein schmuckloses, aber klarsichtiges Buch über Autonomie im und Respekt vor dem Alter. Von Heldinnen und Helden des Alltags ist momentan viel die Rede. Hier finden wir eine. Was ich nicht von jedem Buch behaupten kann: Es hat mich zum Nachdenken gebracht.

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    Valerie Fritsch: Herzklappen von Johnson & Johnson

    Suhrkamp 2020

    Alma ist ein besonderes Kind. Sie nimmt die feinsten atmosphärischen Schwingungen wahr. Traumsicher entlarvt sie die Künstlichkeit ihres Zuhauses, hinter dem das Schweigen lauert. Als Erwachsene bekommt sie einen Sohn Emil, der keinerlei körperlichen Schmerz empfinden kann. Sie und ihr Mann versuchen auf jede Art, das Kind zu schützen, aber auch die anderen vor ihrem Kind. Denn Emil weiß nicht, was weh tun heißt.

    Valerie Frisch hat eine staunenswerte Fähigkeit, in Worte zu fassen, was ich bisher für unsagbar hielt. Sie beschreibt zum Beispiel die Traumatisierung ihres Großvaters im Krieg. Noch nie habe ich eine so tief empfundene, erhellende und eindringliche Auseinandersetzung mit diesem schmerzvollen Thema gelesen. Großartige Literatur für Menschen, die erleben wollen, wie das Innere eines Menschen in Worte verwandelt wird.

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    Peter Middendorp: Du gehörst mir

    Oktaven 2019

    In einem holländischen Dorf geschieht ein grausiges Verbrechen. Ein 16-jähriges Mädchen wird vergewaltigt und anschließend getötet. Dreizehn Jahre später wird der Täter gefunden: Der Bauer Tille, Vater einer Tochter, die nunmehr im gleichen Alter wie sein ehemaliges Opfer angelangt ist. Dreizehn Jahre lang verbirgt der Bauer sein Geheimnis, lässt Gerüchte um zwei Asylbewerber sprießen und begleitet liebevoll die Frauwerdung seiner Tochter.

    Das Buch ist komplett aus der Perspektive des Bauern geschrieben. Und dieses Wagnis gelingt. Lesend folgt man den nachdenklichen Gedankengängen über die Landwirtschaft, das Dorf, über seine Ehe, seine Vaterschaft. Das Verbrechen erscheint so, als ob in einem gelingenden Leben für einen kurzen Moment „die Natur die Führung übernommen hätte“. Als Leser lässt man sich ein und fürchtet sich zugleich davor. Ein Buch, über das man nachher diskutieren sollte.

    Ein großartiges, kunstvolles und hochaktuelles Buch, das die Rechtfertigungsmechanismen für männliche Gewalt unter die Lupe nimmt.

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  • Hörbuchtipps

    Andrea Camilleri: Das Bild der Pyramide

    Heftiger Dauerregen drückt den Bewohnern im sizilianischen Vigàta aufs Gemüt, als Commissario Montalbano Nachricht vom Fund einer männlichen Leiche auf einer Baustelle erhält. Kurz darauf sind die Ehefrau des Ermordeten und ein mysteriöser Begleiter verschwunden. Die örtlichen rivalisierenden Clans weisen alle Schuld von sich und propagieren einen Ehrenmord. Doch Montalbano kommt schon bald Machenschaften um einen lukrativen Bauauftrag auf die Spur...

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    Stephanie von Hayek: Als die Tage ihr Licht verloren

    Stephanie von Hayek verbindet in ihrem Debüt die fiktive Geschichte zweier Schwestern in Berlin und die wahre Geschichte eines verhängnisvollen Transports aus dem Jahr 1940 zu einem faszinierenden Roman um Liebe, Neid, Verrat und Ideologie.

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    Christiane Wünsche: Aber Töchter sind wir für immer 

    Schon lange haben sich die drei Schwestern Johanna, Heike und Britta nicht mehr gesehen. Jetzt treffen sie sich wieder in ihrem Elternhaus am Bahndamm, inmitten der weiten Felder am Niederrhein. Hier, in diesem Haus, fing alles an: Das mit ihren Eltern Christa und Hans, verbunden durch die Wirren des Krieges. Das Leben der Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Und das mit Hermine. In diesem Haus geschah so vieles und wurde so vieles verschwiegen. Bis zu diesem einen Tag.

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  • Filmtipps

    Das Wunder von Wörgl

    Mitten in der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre gelingt dem Bürgermeister einer Tiroler Gemeinde das Unmögliche: Mit einem gewagten Experiment und dem sogenannten Schwundgeld führt er Wörgl zu Vollbeschäftigung und Wohlstand. Doch für manche wird er genau damit zur großen Bedrohung.

    Regie: Urs Egger, Österreich 2018, Drama, 90 Minuten

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    Joker

    Regisseur Todd Phillips' „Joker" widmet sich dem ikonischen Erzfeind und ist eine originale, eigenständige fiktive Story, die noch nie zuvor auf der Leinwand zu sehen war. Phillips' Studie über Arthur Fleck, unvergesslich porträtiert von Joaquin Phoenix, zeigt einen Mann, der darum kämpft, seinen Weg in Gothams zerrütteter Gesellschaft zu finden. Während man ihn tagsüber als Clown anheuern kann, strebt Arthur nachts danach, ein Stand-up-Comedian zu sein ... doch am Ende scheint der Scherz immer auf seine Kosten zu gehen. Eine düstere Charakterstudie, in der Arthur - gefangen in einer Abwärtsspirale aus Gleichgültigkeit und Grausamkeit - eine Fehlentscheidung trifft, die zu einer Kettenreaktion von eskalierenden Ereignissen führt.

    Regie: Todd Phillips,USA 2019, Drama/Thriller, 122 Minuten

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    Heal

    Wissenschaftler und spirituelle Lehrer diskutieren, wie Gedanken, Glauben und Emotionen die Gesundheit und menschliche Heilungsfähigkeit beeinflussen. Bis zu einem gewissen Punkt scheint der Geist über die fleischliche Materie zu triumphieren. Der Film geht auf eine spirituelle Reise, die dokumentiert, wie eine Veränderung in der Perspektive den Körper dazu bringen kann, von jeglichem Leiden zu heilen.

    Regie: Kelly Noonan, USA 2018, Dokumentation, 106 Minuten

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